Altersvorsorge für Frauen

Frauen sind stärker als Männer von der Altersarmut betroffen. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein. Will man als Frau jedoch nicht auf einen guten Lebensstandard verzichten, müssen Besonderheiten bei der Vorsorge berücksichtigt werden.

 

Gründe der Altersarmut bei Frauen  

Der Verdienst von Frauen liegt im Durchschnitt ca. 20% unter dem von Männern, bei gleicher beruflicher Qualifikation. Zudem sind Frauen seltener in Führungspositionen zu finden. Durch das geringere Einkommen zahlen Frauen auch weniger in die gesetzliche Altersvorsorge ein. Dieser eklatante Unterschied in der Einzahlung verschärft sich, wenn man betrachtet, dass Frauen zudem 11 Jahre weniger arbeiten. Derzeit beziehen Frauen etwa 500€ aus der gesetzlichen Rente. Bei Männern ist es etwa das Doppelte. Viele Frauen erwartet somit eine gesetzliche Rente auf Harz IV Niveau. Hinzu kommt, dass Frauen auch weniger in private Vorsorge investieren. Dies liegt zum einen an dem geringeren Einkommen aber auch, weil sie sich oftmals auf Ihren Partner verlassen.

 

Rentenansprüche im Scheidungsfall

Die traditionelle Rollenverteilung führt oftmals noch dazu, dass in einer Ehe mit Kindern, die Frau zeitweilig aus dem Berufsleben austritt. Im Scheidungsfall hat sie somit weniger in die gesetzliche Altersvorsorge eingezahlt, weshalb sie auch einen geringeren Rentenanspruch hat. Diese wirtschaftliche Schieflage ist durch das Versorgungsausgleichgesetz geregelt worden. Kern dieser Reform war es im Fall einer Ehescheidung alle in der Ehe erworbenen Altersvorsorgeanrechte gleichmäßig auf beide Parteien zu verteilen. Dies umfasst dabei Anrechte aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Beamtentätigkeiten, berufsständischen Versorgungen, Betriebsrenten, privaten Rentenversicherungen.

 

Worauf Frauen bei der Altersvorsorge achten sollten

Frauen leben im Durchschnitt länger und arbeiten weniger. Somit müssten sie von weniger Einkommen mehr zurücklegen, wenn sie dieselbe Altersvorsorge erhalten möchten. Frauen, welche z.B. durch den Verdienstausfall durch die Betreuung der Kinder beeinträchtigt sind, sollten deswegen auf Unterstützung ihrer Männer in die private Vorsorge achten. Die Altersvorsorge ist, genau wie bei Männern, stark von der jeweiligen Lebenssituation abhängig. Grundsätzlich sollte jedoch sofort mit dem Einstieg in das Berufsleben begonnen werden, in eine private Altersvorsorge einzuzahlen. Dies sollte auch unabhängig von der Situation des Partners geschehen.

 

Kapitalmarkt als Chance

Ein Einstieg in den Kapitalmarkt kann sich für Frauen als sehr attraktiv gestalten. Bei der Geldanlage in Investmentfonds zahlen viele Anleger in einen gemeinsamen Topf ein. Die verwaltende Kapitalgesellschaft streut das Risiko durch Investition in viele Segmente. Der große Vorteil dieser Anlage ist es, dass sie sehr flexibel ist. Im Falle einer Babypause oder einer Unterbrechung der Arbeitstätigkeit kann die Zahlung vorübergehend eingestellt bzw. der Investmentfond aufgelöst werden. Fonds bieten zudem eine hohe Renditechance, wodurch die ungleichen Ansprüche ausgeglichen werden können. Doch auch wenn das Risiko am Kapitalmarkt durch Fonds verringert wird, kann eine hohe Rendite nicht garantiert werden.

 

Vor- und Nachteile der Unisex-Tarife

Attraktive Möglichkeiten der Altersvorsorge ergeben sich auch durch die seit 2013 gültigen Unisex-Tarife. Diese Art des Versicherungstarifs bestimmt, dass das Geschlecht kein Kriterium für die Auswahl eines Tarifs darstellen darf. Hieraus können sich sowohl Vorteile für Männer als auch für Frauen ergeben. In dem Bereich der Altersvorsorge profitieren insbesondere Frauen stark von dieser Gleichstellung. Männer hingegen müssen drauf zahlen. Aufgrund ihrer längeren Lebenserwartung beziehen Frauen nun bei gleichen Tarifen eine längere Rente. Es kann sich somit lohnen, alte Verträge zu überprüfen und ggf. durch neue zu ersetzten. Diese Ersparnis kann je nach Lebenssituation und Ausgangslage bis zu 100 Euro betragen. Dennoch sollte nicht ausschließlich auf die Beitragshöhe geachtet werden, sondern eine Altersvorsorge sollte den individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Personen angepasst sein.