Vorsorge für Studenten – Verschwendung oder Notwendigkeit?

Viele Studenten kommen finanziell nur schwer über die Runden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich nur wenige Gedanken um eine Altersvorsorge machen. Bedenkt man aber den späten Einstieg in das Berufsleben, so kann es sich auszahlen, schon während des Studiums Vorsorge zu treffen. Denn schon kleine Beträge können aufgrund des Zinseffekts und staatlicher Förderung zu einem anschaulichen Ergebnis führen.

 

Nur wenige Studenten zahlen in die gesetzliche Rente

In den meisten Fällen zahlen Studenten keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung, weil sie entweder kein Einkommen haben oder in die Sparte der Mini-Jobber fallen. In einigen Fällen trifft dies jedoch nicht zu. Wird ein Studium berufsbegleitend oder dual zu einer Ausbildung durchgeführt, müssen Studenten, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, einzahlen.

 

Bei einem Minijob bis 400€ neben dem Studium ist es Studenten selbst überlassen, ob sie ihre gesetzliche Rente aufstocken. Bei einem Verdienst zwischen 401€ bis 800€ wird die Rentenversicherung verpflichtend. Studenten ist es in diesem Fall freigestellt, ob sie einen ermäßigten Satz zahlen oder ob sie freiwillig den höheren Standardsatz wählen.

 

Rentenversicherung im Praktikum

Für die Rentenversicherung während eines Praktikums gelten besondere Regelungen. Zunächst wird unterschieden, ob es sich um ein Pflichtpraktikum oder um ein freiwilliges Praktikum handelt. Bei einem Praktikum, welches durch die Prüfungsordnung vorgeschrieben ist, müssen unabhängig von der Höhe des Verdienstes keine Rentenabgaben gezahlt werden. Selbiges gilt auch für kurzfristige Praktika, welche die Dauer von 2 Monaten oder 50 Arbeitstagen nicht überschreiten.

 

Freiwillige Praktika haben eine andere Regelung. Hierbei sind Studenten, oder auch andere Praktikanten dazu verpflichtet in die gesetzliche Versicherung einzuzahlen. Diese Regelung ist ebenfalls unabhängig vom Einkommen während des Praktikums.

 

Warum auch schon Studenten privat vorsorgen sollten

Generell gilt für Studenten dasselbe wie für alle anderen Personengruppen auch. Die gesetzliche Rente wird zukünftig nicht mehr ausreichen, weshalb eine private Vorsorge notwendig ist. Je früher mit der Einzahlung begonnen wird, desto weniger muss insgesamt investiert werden, denn der Zinseffekt steigt mit zunehmender Anlagezeit. Zur Wirkung des Zinseffekts ein kleines Beispiel:

 

Zu Beginn des Studiums hat Anton beschlossen für seinen Lebensabend vorzusorgen. Da er während des Studiums nur wenig Geld zu Verfügung hat, beginnt er erst im Anschluss an sein Studium mit der Einzahlung in eine Altersvorsorge. Aufgrund seines geringen Einstiegsgehalts kann er zunächst nur 10€ pro Monat investieren. Somit kommt jährlich ein Betrag von 120€ für die private Vorsorge zusammen. Diesen Betrag zahlt er über eine Laufzeit von 10 Jahren. Am Ende dieser Zeit hat er insgesamt 1200€ eingezahlt. Bei einem Zinssatz von 5% hat Anton nach 10 Jahren etwa 1510€ angespart.

 

Antons Freundin Betty hat seine Pläne zur Altersvorsorge mitbekommen. Sie möchte denselben Betrag von 1510€ zur selben Zeit angespart haben. Da sie schon während des Studiums sparsam ist, kann sie bereits zu dieser Zeit einen kleinen Betrag anlegen. So kommt es, dass sie insgesamt 15 Jahre lang einzahlen kann. Durch die längere Laufzeit erhöht sich nun der Zinseffekt. Betty muss nur etwa 70€ pro Jahr einzahlen, um am Ende auf die 1510€ zu kommen. Trotz gleichem Endbetrag hat Anton insgesamt 1200€ investiert, wohingegen Betty lediglich 1050€ zahlen musste.

 

Diese Beispielrechnung zeigt, dass sich ein früherer Einzahlungsbeginn deutlich lohnen kann. Für Betty hat sich eine Ersparnis von 12,5% ergeben, nur weil sie ein wenig eher mit der Einzahlung begonnen hat. Entscheidet sich ein Student dazu, bereits während des Studiums eine Altersvorsorge abzuschließen, sollte darauf geachtet werden, dass diese in jedem Fall vom Staat gefördert wird. Bei der Riester-Rente müssen Studenten jährlich mindestens 60€ einzahlen, um die volle staatliche Förderung zu bekommen. Durch eine Investition von lediglich 5€ monatlich, können Studenten den Umfang Ihrer Versicherungszeit frühzeitig erhöhen. Bei der derzeitigen Entwicklung der Renten erscheint dies durchaus als sinnvolle Investition.